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Über die Entstehung des Schachspiels wurde schon viel philosophiert. Weizenkorn-Legende: Lange Zeit rätselten die Historiker, ob das Spiel erstmalig in China, Persien oder Indien in Erscheinung trat.
Erst 1977, als in Afrasiab sieben Schachfiguren bei Ausgrabungen gefunden wurden, konnte man endlich alle Unklarheiten beseitigen.
Darlegungen aus der indischen Geschichte sowie Experten-Meinungen über jene Figuren lassen darauf schließen, daß das Schachspiel seine Reise etwa im zweiten Drittel des 7. Jahrhunderts in Indien begann. |
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Jahr n. Chr. |
Ereignisse |
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ca. 670 |
Das frühe, indische Schach hatte mit unserem heutigem Schach wenig gemeinsam. Gespielt wurde zu viert auf 64 Feldern - wobei zwei Spieler jeweils eine Mannschaft bildeten - jedoch unter Einsatz von Würfeln. Der Name dieses Spiels lautete auch nicht “Schach”, sondern “Tschaturanga” (tschatur=vier, anga=Teil,Abteilung). Ein Heer in Indien setzte sich damals aus vier Teilen (Waffengattungen) zusammen: Infanterie (Bauern), Kavallerie (Pferde), Streitwagen und Elefanten - daher der Sanskritausdruck “Tschaturanga.” |
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um 700 |
Wie sich letztendlich der Übergang vom Glücks- bzw. Würfelspiel zum Zweischach als reines Intelligenz- und Kombinationsspiel entwickelte, ist nicht bekannt. Als es über Handelswegen nach Persien gelangte, spielte man es bereits zu zweit ohne Würfel. In Persien wurde es schließlich in “Tschatrang” umbenannt. Der Name “Schach” entstammt dem persischen Schah=König. Die Perser übermittelten das Spiel den Arabern, die es “Schatrandsch” nannten. Mit der Eroberung des Irans durch die Araber sowie mit dem Aufbau eines starken arabischen Kalifates war die Weiterentwicklung des “Schatrandschs”schließlich auch in anderen Länder gegeben. |
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um 800 |
Al-Adli war der erste namentlich bekannte Schachspieler von Rang. Der persisch-arabische Spieler war vermutlich der stärkste Schachspieler jener Zeit. Mittlerweile wurde auch in Mittel- und Westeuropa Schach gespielt. |
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um 1000 |
Auf drei Wegen gelang das Schachspiel letztendlich nach Europa. Einmal über die russischen Ströme in den Ostseeraum, von dort aus nach Norddeutschland und England, zum anderen durch arabische Vermittlungen nach Italien und über die Alpen. Außerdem verbreitete sich das Schachspiel noch durch die Mauren nach Spanien und Frankreich. Die orientalischen Spielregeln blieben dabei stets immer aufrecht erhalten, welche für die Dame nur einen Schrägschritt und für den Läufer einen Schrägsprung aufs übernächste Feld vorsehen. |
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um 1200 |
Durch die Einführung neuer Regeln versuchte man, das Schachspiel schneller und dynamischer zu gestalten, so durften z.B. jetzt auch die Bauern von ihrer Ausgangsreihe ausgehend einen Doppelschritt vornehmen. |
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um 1400 |
Das erste historische Werk erschien, welches für das moderne Schachspiel von Bedeutung war. Dieses wurde von dem spanischen Schachmeister Juan Ramirez Lucena geschrieben. |
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1467 |
Erstmalig fand in Deutschland (Heidelberg) ein Schachwettkampf zwischen der dortigen Gesellschaft des Schachzabelspiels und den Nördlinger Schachfreunden statt. |
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1477 |
In Nürnberg wurde das erste deutsche Schachturnier ausgetragen. |
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um 1500 |
Erneut wurden die Schachregeln geändert - diesmal aber entschloß man sich zu einer grundlegenden Reform, welche zu den heutigen Gangarten und Zügen, z.B. Rochade, en passant führte. Das früher als Partiegewinn gewertete “Patt” wurde nun zum “Remis”. Spanien löste das arabische Reich als führende Schachnation ab. |
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um 1600 |
Von nun an gibt es all jenes, was auch die heutige Schachwelt noch charakterisiert: Berufsspieler, internationale Wettkämpfe, Mannschaftskämpfe sowie “Blindspieler”. Italien galt als die stärkste Schachnation. |
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um 1750 |
Frankreich war nun das dominierende Land und der Franzose Francois Andre´ Danican Philidor galt als der erste inoffizielle Schachweltmeister. |
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1877 |
Der deutsche Schachbund (DSB) wurde in Leipzig gegründet. |
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1886 |
Nach seinem Sieg über Zukertort wurde Wilhelm Steinitz der erste offizielle Schachweltmeister. |
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1924 |
Die FIDE (Abk. für: Federation Internationale des Echecs), Name des Weltschachbundes, wurde gegründet. Sie organisierte später die Weltmeisterschaften und legte unteranderem Normen für Großmeister, internationale Meister und schließlich auch FIDE-Meister bei Männern und Frauen fest. |
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1927 |
In England (London) fand die erste Schacholympiade der Männer statt, bei der die Mannschaft aus Ungarn vor der aus Dänemark, Großbritannien, den Niederlanden, der Tschechoslowakei, Österreich und Deutschland gewann (insg. 16 Teilnehmerländer). Noch im gleichen Jahr fand auch erstmalig die Schachweltmeisterschaft der Frauen statt. Vera Menchik gewann damals vor ihren 11 Mitstreiterinnen die WM. |
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1953 |
Cecil John Seddon Purdy, australischer internationaler Meister, wurde Sieger bei der ersten Fernschach-WM. |
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1957 |
Die erste Schacholympiade der Frauen fand statt - die UdSSR siegte. Von 21 Teilnehmer erreichte die BRD den achten Platz. |
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um 1960 |
Nach England, Deutschland, Österreich und nochmals Deutschland war jetzt die UdSSR führende Schachnation. |
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1993 |
Der Schachweltmeister Garri Kasparow gründet nach erneutem Streit mit der FIDE - mit dem englischen Großmeister Nigel Short die PCA (Professional Chess Association). Wie die FIDE trug auch die PCA Weltmeisterschaften aus, so daß die Schachwelt fortan zwei Schachweltmeister haben wird. |
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1997 |
Erstmals verlor ein Weltmeister (Kasparow) bei einem Schachduell gegen einen Computer. Der IBM-Computer |
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2006 |
Vom 25.November - 5.Dezember spielte der amtierende Schachweltmeister Wladimir Kramnik gegen den Schachcomputer Deep Fritz. Der Schachcomputer gewann das Match mit 4:2, wobei der Weltmeister in der zweiten Partie ein Matt in einem Zug übersah. Kramnik erhielt ein Startgeld in Höhe von 500.000 US-Dollar und hätte im Falle eines Sieges weitere 500.000 US-Dollar bekommen. |
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“Daß das Schachspiel, diese wunderbare Gabe aus dem Morgenlande, nicht nur das edelste und schönste aller Spiele ist, sondern, auch an der Grenze von Spiel, Kunst und Wissenschaft stehend, zu den größten geistigen Genüssen gehört, diese Behauptung wird jeder Schachspieler gerne bestätigen.”
Siegbert Tarrasch |
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